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Gewerbespeicher - Stromspeicher für Gewerbe und Industrie

Gewerbespeicher – Kapazitäten für Gewerbe und Industrie

Gewerbespeicher kommen dann zum Einsatz, wenn besonders große Mengen Strom gespeichert werden sollen. Er eignet sich:

  • für Gewerbebetriebe mit hohem Energiebedarf.
  • für Peak-Shaving und zur Bevorratung von Strom bei geringen Netzentgelten.
  • als Zwischenspeicher für große PV-Anlagen, um den Strom dann abzugeben, wenn die Vergütung am höchsten ist.
  • als Puffer, um die Stabilität regionaler Stromnetze zu gewährleisten und zu erhöhen.
  • als Backup und Notstromlieferant für systemrelevante Prozesse der Industrie und der Infrastruktur.
Gewerbespeicher gibt es in verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlichen Kapazitäten. Sie kommen zumeist auf einem sehr hohen Sicherheitslevel, sind in vielen Varianten uneingeschränkt für den Einsatz im Außenbereich zugelassen und können zu Clustern zusammengeschlossen werden, um Speicherlösungen von 1 MWh und mehr zu realisieren.


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HAEUFIGE FRAGEN

Wir beantworten Deine Fragen zum Gewerbespeicher

Was ist ein Gewerbespeicher und wofür wird er eingesetzt? +
Ein Gewerbespeicher ist ein stationärer Batteriespeicher, der hinter dem Netzanschlusspunkt eines Unternehmens installiert wird und direkt mit dem betrieblichen Stromverbrauch zusammenarbeitet. Im Gegensatz zu Heimspeichern (3–20 kWh) bewegen sich Gewerbespeicher typischerweise im Bereich von 30 kWh bis zu mehreren Megawattstunden. Sie werden eingesetzt, um Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage zwischenzuspeichern, Lastspitzen zu kappen, Netzentgelte zu senken, Strom bei günstigen Börsenpreisen einzukaufen und bei Stromausfall eine Notstromversorgung bereitzustellen. Auch als Pufferspeicher für Schnellladeinfrastruktur werden Gewerbespeicher zunehmend genutzt.
Für welche Unternehmen lohnt sich ein Gewerbespeicher? +
Besonders geeignet sind Betriebe mit einem hohen Jahresstromverbrauch (ab ca. 100 MWh), ausgeprägten Lastspitzen im Produktionsbetrieb, einer vorhandenen oder geplanten PV-Anlage auf dem Dach sowie Unternehmen, die von volatilen Strompreisen oder dynamischen Tarifen profitieren möchten. Typische Beispiele sind produzierende Betriebe, Logistikzentren, landwirtschaftliche Betriebe, Supermärkte, Hotels und Rechenzentren. Aber auch Betriebe mit moderatem Eigenverbrauch können von Lastspitzenkappung oder Energiehandel profitieren – eine pauschale Mindestgröße gibt es nicht.
Welche Speicherkapazität ist für mein Unternehmen sinnvoll? +
Als grobe Orientierung gilt: Wer primär den Eigenverbrauch einer PV-Anlage optimieren möchte, rechnet mit etwa 0,5–1,0 kWh Speicherkapazität pro kWp PV-Leistung. Wer zusätzlich Lastspitzen kappen oder Strom an der Börse handeln möchte, kann 1,5–2,0 kWh pro kWp einplanen. Diese Richtwerte sind jedoch keine allgemeingültige Formel – entscheidend sind Dein individuelles Lastprofil, die Struktur der Lastspitzen und die Tarifgestaltung des Netzbetreibers. Eine professionelle Wirtschaftlichkeitsanalyse auf Basis echter Verbrauchsdaten ist vor jeder Investitionsentscheidung empfehlenswert.
Was bedeutet Lastspitzenkappung (Peak Shaving) und wie spart das Geld? +
Netzentgelte im Gewerbebereich werden teilweise nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze eines Jahres berechnet – dem sogenannten Leistungspreis. Kurzzeitige Verbrauchsspitzen, etwa beim Anlaufen von Maschinen oder im Ladepark, treiben diesen Preis dauerhaft nach oben. Ein Gewerbespeicher erkennt solche Spitzen und entlädt sich gezielt in diesem Moment, sodass die Bezugsleistung aus dem Netz sinkt. Liegt der Leistungspreis bei über 120 € je Kilowatt, kann allein diese Funktion zu einer Amortisation von drei bis fünf Jahren führen. Bei einem Leistungspreis unter 60 €/kW ist das Einsparpotenzial in der Regel gering – das sollte in die Wirtschaftlichkeitsberechnung einfließen.
Muss eine PV-Anlage vorhanden sein, um einen Gewerbespeicher sinnvoll zu betreiben? +
Nein. Eine PV-Anlage ist keine Voraussetzung. Gewerbespeicher können auch ohne eigene Stromerzeugung wirtschaftlich sinnvoll sein – zum Beispiel durch Lastspitzenkappung, die Nutzung dynamischer Stromtarife (günstiger Strom nachts oder bei negativen Börsenpreisen einspeichern, teuer entladen) oder als Notstromreserve. Wenn jedoch eine PV-Anlage vorhanden ist oder geplant wird, steigt das Einsparpotenzial deutlich, da Solarüberschüsse direkt gespeichert und später selbst verbraucht werden können – statt sie zu niedrigen Einspeisevergütungen ins Netz abzugeben.
Welche Zellchemie verwenden Gewerbespeicher und warum LiFePO4? +
Der aktuelle Standard für stationäre Gewerbespeicher ist Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4). Diese Chemie bietet eine hohe Zyklenzahl von 4.000 bis 10.000 Vollzyklen, eine ausgeprägte thermische Stabilität und damit ein geringes Brandrisiko – ein wichtiger Faktor für den Einsatz in Gebäuden. Die nutzbare Tiefentladung liegt bei 90–95 % der Nennkapazität. NMC-Zellen (Nickel-Mangan-Cobalt) sind bei stationären Speichern aufgrund niedrigerer Langlebigkeit und höherer Wärmeentwicklung kaum noch vertreten. Für die Zukunft wird Natrium-Ionen-Technologie diskutiert, sie bleibt bei Gewerbespeichern jedoch mittelfristig die Ausnahme.
Wie lange hält ein Gewerbespeicher und wie hoch ist der Wirkungsgrad? +
Aktuelle LiFePO4-Gewerbespeicher sind auf 4.000–6.000 Vollzyklen ausgelegt. Bei einem typischen Gewerbeeinsatz mit ein bis zwei Zyklen täglich entspricht das einer Lebensdauer von 10–15 Jahren. Hochwertigere Systeme erreichen bis zu 10.000 Zyklen. Der Roundtrip-Wirkungsgrad (AC → Speicher → AC) liegt bei gut ausgelegten Systemen zwischen 88 und 92 %. DC-gekoppelte Systeme, die einen gemeinsamen Hybridwechselrichter mit der PV-Anlage nutzen, erreichen bis zu 96 %, da eine Umwandlungsstufe entfällt. Diese Unterschiede wirken sich über die Lebensdauer messbar auf die Gesamtstromkosten aus.
Was kostet ein Gewerbespeicher und wie schnell amortisiert er sich? +
Die Systemkosten für Gewerbespeicher liegen je nach Größe und Hersteller grob im Bereich von 250–600 € je kWh installierter Kapazität (Systempreis inkl. Wechselrichter und Steuerung, ohne Installation). Hinzu kommen die Installationskosten durch einen Elektrofachbetrieb, die je nach baulichem Aufwand und Netzanpassung variieren können. Die Amortisationszeit hängt stark vom Anwendungsfall ab: Bei dominierendem Eigenverbrauch sind 8–12 Jahre realistisch. Steht Lastspitzenkappung im Vordergrund und ist der Leistungspreis hoch, sind in günstigen Fällen 3–5 Jahre möglich. Eine pauschale Amortisationszeit gibt es nicht – eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse ist vor dem Kauf unerlässlich.
Gibt es Förderungen für Gewerbespeicher? +
Auf Bundesebene gibt es derzeit keine direkte Investitionsförderung speziell für Gewerbespeicher. Indirekte Unterstützung bieten zinsgünstige KfW-Kredite, zum Beispiel über das KfW-Programm 270 (Erneuerbare Energien) oder 293 (Klimafreundliche Unternehmensgebäude). Einzelne Bundesländer bieten ergänzende Förderprogramme an – die Konditionen variieren und ändern sich regelmäßig. Zusätzlich können steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten (AfA) und der Investitionsabzugsbetrag (IAB) die Wirtschaftlichkeit verbessern. Empfehlenswert ist eine aktuelle Beratung durch einen Steuerberater sowie einen Blick in die Förderdatenbank der KfW und des BAFA.
Kann ein Gewerbespeicher auch als Notstromversorgung dienen? +
Ja, sofern er mit einer entsprechenden Ersatzstromfunktion ausgestattet ist. Ein solcher Speicher schaltet bei Netzausfall automatisch auf Inselbetrieb um und versorgt die angeschlossenen Verbraucher weiter. Wichtig zu wissen: Die Umschaltzeit liegt typischerweise im Bereich einiger Sekunden – das unterscheidet Gewerbespeicher von USV-Systemen (unterbrechungsfreie Stromversorgung), die in unter 10 Millisekunden umschalten. Für sensible IT-Infrastruktur, Server oder empfindliche Produktionsanlagen kann es daher sinnvoll sein, eine USV für die kritischen Verbraucher mit dem Gewerbespeicher zu kombinieren: Die USV überbrückt die ersten Sekunden, der Speicher übernimmt die längere Versorgung.
AC-Kopplung oder DC-Kopplung – was ist für Gewerbe besser geeignet? +
Bei AC-gekoppelten Systemen besitzen PV-Anlage und Speicher getrennte Wechselrichter. Der Speicher kann unabhängig von der PV-Anlage betrieben werden und lässt sich problemlos in Bestandsanlagen nachrüsten. Für Gewerbespeicher ab 100 kWh ist AC-Kopplung der gängige Standard. DC-gekoppelte Systeme teilen einen gemeinsamen Hybrid-Wechselrichter mit der PV-Anlage, was etwas bessere Wirkungsgrade ermöglicht, aber die Leistung der PV und des Speichers aneinander koppelt. DC-Kopplung dominiert im Heim- und Kleingewerbesegment bis ca. 30 kW. Welche Topologie besser passt, hängt von der geplanten Systemgröße, dem Bestandsnetz und den Anforderungen an die Flexibilität ab.
Muss ich meinen Gewerbespeicher beim Marktstammdatenregister anmelden? +
Ja. Stationäre Stromspeicher, die ans Stromnetz angeschlossen sind, müssen nach § 5 MaStRV im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (MaStR) registriert werden. Das gilt auch für Gewerbespeicher, die ausschließlich zur Eigenverbrauchsoptimierung eingesetzt werden. Die Anmeldung erfolgt online unter www.marktstammdatenregister.de und muss innerhalb von einem Monat nach Inbetriebnahme abgeschlossen sein. Dein Installationsbetrieb kann die Anmeldung in der Regel begleiten oder übernehmen.
Wie läuft die Planung und Installation eines Gewerbespeichers ab? +
Eine Gewerbespeicher-Installation umfasst mehrere Schritte: Zunächst wird das Lastprofil des Unternehmens analysiert – idealerweise auf Basis von 15-Minuten-Messdaten des Energieversorgers. Daraus folgen Dimensionierung, Systemauswahl und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Anschließend prüft der Netzbetreiber die Netzverträglichkeit und erteilt eine Genehmigung; für größere Systeme kann ein Planungs- und Genehmigungsprozess mit einigen Wochen Vorlauf nötig sein. Die Installation selbst erfolgt durch einen zertifizierten Elektrofachbetrieb. Nach Inbetriebnahme ist die Anmeldung im Marktstammdatenregister Pflicht. Bei HUSATECH kannst Du bereits in der Planungsphase eine kostenlose und unverbindliche Beratung in Anspruch nehmen.

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